Urlaubsberichte

Endlich wieder Camping…

Diese Woche war es so weit, wir durften dank eines Zufalles unsere Camping Saison 2021 beginnen. Wie in den Jahren zuvor, führte uns unser erster Urlaub des Jahres zum Campingpark im Bergischen Land. 

Nachdem wir alles zu Hause gepackt und in den Bulli verfrachtet hatten und es  eigentlich zu unserem Petzi ging, haben wir diese Jahr einen Besuch beim örtlichen Testzentrum dazwischen geschoben. Einmal Nase Popeln für alle! Danach ging es dann endlich zu Petzi. Einmal angehangen, folgte er uns sehr bereitwillig auf die Autobahn. Dank  unseres TomTom Camper, kamen wir ohne Schwierigkeiten und größeren Stau trotz Berufsverkehr in und um Köln – wir querten den Rhein über die Kölner Zoobrücke – immer näher Richtung Ziel. Von Köln aus war es nur noch ein Wimpernschlag und endlich bogen wir in die Straße Richtung Campingplatz ein. Gleich  stellte sich das Gefühl der Wiederkehr und Entspannung ein. 

Wir parkten unser Gespann an der Rezeption, doch bevor die Räder vollends zum Stillstand kamen, wurden wir bereits herzlichst begrüßt. Unseren Petzi durften wir auf die Parzelle H6 stellen. Diese H-Plätze wurde erst im Frühjahr neu auf der ehemaligen Hundewiese angelegt und verfügen über den Komfort, den wir so schätzen: Strom, Frischwasser und Abwasser. Für den besten Freund des Menschen wurde ein neuer Freilauf an andere Stelle gebaut. Am Ende der Zufahrt stand der Chef persönlich und wies uns auf den neuen Plätzen ein. Auch einen Tipp, wie wir uns am besten hinstellen sollten und wie die Sonne zieht wurden uns mit auf den Weg gegeben. So erübrigte sich die Fragestellung wie wir Petzi platzieren und das Sonnensegel aufbauen würden. Die Kinder verließen das Auto und flitzten auf den benachbarten Spielplatz und waren nicht mehr gesehen. Die Parzelle war richtig großzügig und sehr ebenerdig, so musste unser Petzi nur auf der Eingangsseite ein wenig auf die Keile auffahren und wir standen perfekt in der Waage. 

Nach und nach füllten sich auch die Nachbarparzellen. Nachdem wir alles auf unserer Parzelle sortiert hatten, ging es zum Anmelden. Das konnten wir, wie schon aus den Vorjahren gewohnt, hier ganz in Ruhe nach dem Aufbauen machen – ein toller Service. Uns begrüßte die Chefin Petra besonders herzlich und schnell waren alle wichtigen Dinge erledigt. Danach gingen Philipp und ich noch eben das Nötigste einkaufen, so wie immer. Den Abend ließen wir dann am Grill ausklingen.

Am nächsten Morgen stand dann erstmal ein netter Schnack unter Camping-Nachbarn auf dem Programm. Schnell war klar, hier stimmte die Chemie! Ein netter Dethleffs Camper, der mit seiner Familie den ersten Urlaub unternahm und ein Retro-Hobby in neuen Gewand boten sich gleich als nette Themen an und man konnte Erfahrungen austauschen. 

Das Wetter war sehr schlecht angesagt, doch hatten wir die Sonne mit gebucht. Wir hatten zwar zwischenzeitlich ein wenig Nieselregen, aber das sollte es auch schon für das gesamte Wochenende sein! 

Bevor wir im Sommer unseren ersten wirklichen Wanderurlaub mit den Kindern angehen würden, entschlossen wir uns dazu, den Kurzurlaub im Bergischen Land als eine Art Feuerprobe zu nutzen und jeden Tag einwenig durch die wunderschöne Landschaft rund um den Campingplatz zu wandern. Da die erwähnten Parzellen-Nachbarn einfach zu uns passten, waren wir auch auf unserem ersten Spaziergang am Nachmittag nicht alleine. Gemeinsam starten wir mit der Familie aus dem Camper eine vier Kilometer Runde samt Hund. Die Kinder hatten zusammen einfach Spaß in der Natur, sodass mit wenig Anstrengungen alle diese Strecke gut absolvierten. Anschließend genossen wir Bratkartoffeln mit Zwiebeln und gegrilltem Bauchfleisch. Den Abend ließen wir gemeinsam mit den anderen Familien gemütlich ausklingen und die Kinder verbrannten ihre letzte Energie auf dem tollen Spielplatz bis zum Einbruch der Dunkelheit und dem Beginn der Nachtruhe. 

Eines der Themen vom Donnerstag Abend war das Essen während des Campingurlaubs und die passende Ausrüstung. Da wir bekanntlich bekennende Triller sind, haben wir uns direkt darauf verständigt, am nächsten Tag gemeinsam unseren Grill anzuschmeißen, denn der fehlte unseren Nachbarn noch. Freitag morgen wurden also noch schnell im nächsten Ort Fleisch und andere Kleinigkeiten für das gemeinsame Essen besorget. Gegen Mittag begaben wir uns alle zusammen auf eine sechs Kilometer Wanderung. Sie startete, so wie einige andere wunderschönen Wanderrouten, direkt am Campingplatz. Mit der Sonne am Himmel machten wir uns auf den Weg. Zwischendurch fanden wir sogar noch den ein oder anderen Geocache und im nächsten Ort entlang der Route erhofften wir uns ein Kiosk, um uns mit einem kleinen Eis zu erfrischen. Doch leider blieb unsere Suche nach einer Erfrischung erfolglos. Eine im Ort wohnhafte Dame, die uns mit ihrem Rad entgegen kam, sagte uns auf Nachfragen, dass es am Ende der Straße eine Bäckerei gäbe, sie aber nicht genau wüsste, ob dieser auch Eis verkaufen würde. 

„Wenn ihr jetzt bei mir zuhause wärt, hätte ich ein Eis gehabt!“

Also gut, dachten wir uns, auf zum Bäcker, der in 15 Minuten wieder öffnen sollte. Vor dem Ladenlokal lud eine Bank im Schatten zu einer Pause ein! Getränke und etwas Obst hatten wir im Gepäck. Noch bevor die Bäckerei nach ihrer Mittagspause wieder öffnete, kam auf einmal die Dame mit ihrem Rad vorbei, im Fahrradkörbchen für jeden von uns ein Wassereis. Sie wusste ja, wo wir Pause machen würden. Wir waren vollkommen überwältigt von dieser Herzlichkeit. Das es sowas noch gibt, machte uns im ersten Moment einfach nur sprachlos und zeigte uns zudem, dass es einfach noch viel mehr Menschen, wie diese nette Dame auf der Welt geben muss. Nicht nur die Kinderaugen strahlten über diese Erfrischung. 

Nachdem wir uns unsere Körpertemperatur wieder auf ein verträgliches Level gesenkt hatten und beim Bäcker noch ein paar Süßigkeit gekauft waren, ging es auf den Rückweg Richtung Campingplatz. Als wir in den Wald einbogen, hörten wir schon einen kleinen Bach plätschern, an dem die Kinder eine Arbeitspause einlegten, denn es galt einen Brücke über den Bach zu bauen. Mit vereinten Kräften und ohne größere Hilfe der sechs anwesenden Erwachsenen, war das ein wunderbares Abenteuer. Der Rest des Weges wurde leichten Fußes zurückgelegt. 

Das nächste Highlight des Tages wartete dann schon kurz vor der Einfahrt zum Campingplatz auf die Kinder. Frank, seines Zeichens Chef des Campingparks, kam uns mit seinem Radlader samt Planwagen entgegen. „Kommt zur Zeltwiese, dann könnt ihr noch ´ne Runde mitfahren.“ Das ließen sich die Kinder nicht zweimal sagen und liefen mit letzter Energie gefühlt ganz leichtfüßig mal ebene noch dem Planwagen hinterher den Berg hinauf bis zur Zeltwiese. Für uns bedeutete das nach der Wanderung knapp 20 Minuten Füße hoch, da die Kinder noch versorgt waren. 

Gegen Abend zog es sich langsam am Himmel zu, leider sollte sich die Wettervorhersage für das Wochenende doch noch bewahrheiten. Langsam begann  es zu regnen.  Der Wind frische auf, wir kontrollierten noch einmal schnell, ob alle Leinen fest waren und stellten fest, dass das Vorzelt vom Retro-Hobby dem Wind nicht stand hielt. Bekanntlich hilft man sich unter Campern ja und so waren schnell aus dem einen Wohnwagen ein paar Heringe und aus dem andern ein paar Leinen geholt und schon war auch dieses Vorzelt windsicher, bevor die Nachbarn wieder am Wohnwagen waren. Auf Grund der Wetterlage hatten wir kurzentschlossen das Vorzelt vom Camper leergeräumt und alle vorhandenen Tische und Stühle hinein geräumt, sodass wir elf Plätze zum Essen hatten, trocken und Wind geschützt. Jeder brachte einen Salat mit und Philipp war für das Grillen zuständig. Das fertige Fleisch kam in einen Topf und auf die Induktionsplatte im Vorzelt, so konnten alle gemeinsam anfangen zu essen, nachdem das letzte Stück Bauchfleisch den Grill verlassen hatte. Das war Camping, wie wir es lieben. Neue Leute kennenlernen, Freundschaften knüpfen, eine schöne Zeit haben. Draußen regnet es, innen hörte man den Regen auf das Vorzelt prasseln und wir saßen gemütliche zusammen und klönten. Im Bett lauschten wir dann noch weiter dem Regen, wie er auf dem Dach tanzte und ließen uns davon in den Schlaf begleiten.

Am nächsten Morgen begrüßte uns der Tag, mit grauem Himmel und tiefhängenden Wolken, auch das kann schön sein. Zwar war der Samstag dann geprägt von einem Lange-Hosen-Wetter, aber einen echten Camper machte das nichts aus. Philipp, Max und ich waren den Vormittag und Mittag am Wohnwagen und genossen das Nichts tun in vollen Zügen. Lotti zog es mit der Camper-Familie nochmal auf Wanderschaft mit ihrem Hund. Immer wieder ließ sich die Sonne blicken. So richtig schlechtes Wetter war es nicht. Wie jeden Tag  kam auch heute wieder Chef Frank vorbei und schaute nach dem Rechten und dem Wohl seiner Gäste und entdeckte dabei noch eine nicht benutzte Feuerschale. Mit der Frage, ob wir sie bräuchten und auch noch Holz haben wollten, überlegten Philipp und ich kurz und checkten den Wetterbericht. So schlecht sollte es garnicht werden bis ca. 20:00 Uhr noch Wolken mit möglichem leichten Regen, doch danach sollte es trocken sein. Also machte ich mich kurze Zeit später auf den Weg zur Rezeption, um das angebotene Feuerholz zu ordern. An der Rezeption angekommen, herrschte dort grade Hochbetrieb. Also wartete ich einen Moment, bis ich Beschied geben konnte, dass wir das Angebot annehmen wollten und im gleichen Atemzug habe ich direkt noch den Platz für das nächste Jahr an Christi Himmelfahrt angefragt. Damit war der erste Urlaub für das nächste Jahr schon wieder gebucht.  

Philipp und Max machten sich dann noch mal auf den Weg in den Wald um die richtigen Stockbrot-Stöcke zu sammeln und mit dem Schnitzmesser zu bearbeiten.

Um 19:00 Uhr holten die Männer die bereits am Vortag bestellten Brathähnchen mit Pommes „Beim Matthes“, der Gaststätte am Campingplatz ab. Diese Hähnchen waren wahrlich ein Genuss, hier schmeckte man die Liebe und die Leidenschaft des Kochs (aus Erfahrung können wir berichten, dass auch die andern Gerichte echt lecker sind, es lohnt sich also ein Besuch oder eine Bestellung zum Mitnehmen). Nachdem alle fertig gegessen hatten, ging es ans Feuer machen. Es nieselte noch leicht, doch wir trotzten dem Wetter mit der richtigen Kleidung. Ich hatte Brezeln zum Aufbacken gekauft, die zum Stockbrot umfunktioniert wurden. Diesen Trick hatten wir von anderen Campern während unseres Urlaubs auf dem Reiterparadies in Zwergen 2018 abgeguckt. Endlich hörte es dann auch auf zu regnen, sodass wir den Abend mit Klönen, Stockbrot und spielenden Kindern bis zum Anbruch des neuen Morgens ausklingen ließen.

Auch der letzte Morgen begrüßte uns grau in grau und ließ das Gefühl, das es zu Hause auch schön ist etwas größer werden. Routiniert wie immer ging es ans Packen. Alles aus dem Wohnwagen direkt in den Bus, nach einem Kurzurlaub kein Problem, so kann unser Petzi gleich von der Autobahn wieder nach Hause gebracht werden und wir brauchen nur das Auto ausräumen. Ich entleerte dann noch die Wohnwagen-Toilette und Philipp spülte die letzten Reste und verstaute alles im Wohnwagen. Auch die anderen beiden Familien packten zusammen. Der Retro-Hobby musste bereits um 12:00 Uhr vom Platz, da hier der nächste Wohnwagen schon wieder nach der Mittagsruhe anreisen sollte. Um kurz vor 12:00 war alles fertig gepackt, wir standen zum Winken bereit, doch statt dem Motorengeräusch, hörten wir nur ein Ächzen. Also Motorhaube hoch und schauen was Sache war – der Anlasser wollte nicht. Weder die liebevollen Schläge mit dem Campinghammer, noch das Anschieben sollten helfen. Doch dann mit der reinen Frauenpower (und der Unterstützung der Kinder) angeschoben, sprang der Motor wieder an. So stellten wir uns erneut zum Winken auf und wünschten eine gute Heimfahrt. Auch wir und die Camper-Familie packten noch den Rest zusammen, so waren wir um 12:30 Uhr auch auf dem Heimweg.

Zusammengefasst wollen wir noch einmal Danke sagen an unsere lieben Nachbarn. Gemeinsam hatten wir ein wirklich wunderschönes Wochenende und wer weiß, wann wir uns wieder sehen.

Petra und Frank sind tolle Gastgeber und man fühlt sich auf dem Campingpark im Bergischen Land einfach willkommen. Vielen danke für eure Mühe um uns einen schönen Urlaub zu bereiten. 

Bis zum nächsten Jahr!