Urlaubsberichte

Reif für die Insel – Teil 2

Mittlerweile entwickelten wir uns zu ziemlichen Langschläfern. Naja, jedenfalls für unsere Verhältnisse. Das bedeutete, egal ob wir noch bis spät in die Nacht im Vorzelt saßen oder versuchten, bereits zu gewohnten Zeiten ins Bett zu gehen, vor 10:00 Uhr schafften wir es nie gemeinsam am Frühstückstisch zu sitzen. Und genau dieses gemeinsame Frühstücken ist uns im Urlaub so wichtig, da wir dies in unserem Alltag aus Grund von Arbeitszeiten und Aufsteh-Stress nie schaffen werden.

Also lagen wir auch am Sonntag wieder gemütlich in den Betten. Zunächst jeder in seinem und anschließend noch mal alle Zusammen in unserem großen Bett. Dieses nahezu allmorgendliche Ritual ist auch noch etwas ganz typisches für unsere Urlaube. Ja regelrechte Urlaubsrituale, für die wir sonst keine Zeit haben.

Der gesamte Tag war von vielen Regenschauern geprägt, sodass wir die meiste Zeit tatsächlich im und um den Wohnwagen herum verbrachten. Halt ein richtiger Sonntag in gemütlichen Jogging-Hosen und kuscheligen Pullis. Nach einer recht aktiven ersten Woche hatten wir uns das auch verdient.

Wir lassen die Kreditkarte glühen

Bereits am vergangenen Samstag hatten wir nach den hier typischen Hoddies mit maritimen Mustern, wie Ankern oder Tauen Ausschau gehalten und sind auch tatsächlich vor dem Fehmarn Schwimmbad an einem Marktstand fündig geworden. Zu einem akzeptablen Preis wurden dort No-Name Pullis angeboten, sodass wir direkt zwei Stück kauften. Doch bereits nach ein paar Schritten löste sich bei dem ersten Pulli eine Lederapplikation. Wir schoben es auf den günstigen Preis und vertrösteten uns damit, dass wir es später wieder festnähen oder kleben könnten. Keine halbe Stunde später erspähten wir dann jedoch auch noch auf dem zweiten Pullover einen vermeidlichen Filzstiftstrich, sodass Philipp sich schnellst möglich auf den Rückweg zum Marktstand begab und die beiden Teile zurückzugeben. Die Rückgabe war Gott sei Dank problemlos, doch änderte dies nichts an der trüben Stimmung auf Grund des missglückten Einkaufstrips.

Also versprachen wir uns, bei der nächsten Möglichkeit und bei besserem Wetter noch einmal mit dem Rad nach Burg zu fahren, um dort durch die Läden zu schlendern und auf Shoppingtour zu gehen.

Am Montag war es dann soweit, die Sonne ließ sich immer häufiger blicken und der Wind hatte auch ein Einsehen mit uns. Um dem größten Touristenstrom entlang der Düne aus dem Weg zu gehen, wählten wir dieses Mal den Radweg über Land entlang der Autostraße. Hier war deutlich weniger los und zudem freuten wir uns über eine ordentliche Portion Rückenwind auf der Hinfahrt. Dementsprechend gut gelaunt kamen wir in Burg an und begaben uns auf die obligatorische Parkplatzsuche. Wir fuhren schon bewusst nicht mit dem Auto in die Altstadt, da hier täglich ein Verkehrschaos zu beobachten war. Doch wir waren auch nicht die einzigen Radfahrer und so dauerte auch die Suche nach einem akzeptablen Stellplatz für unsere vier Zweiräder einige Zeit, bis wir direkt vor dem Kaufhaus Stolz die Fahrradschlösser klacken ließen.

Es folgte eine sehr erfolgreiche Einkaufstour durch diverse Läden in denen unterm Strich jeder etwas für sich gefunden hat und sogar eine Pappe für Max Geburtstagskrone landete schließlich im Fahrradkorb. Zur Stärkung vor der Rückfahrt gab es dann noch leckere Fisch- und Krabbenbrötchen. Mit der extra Portion Energie und Proteinen ging es dann wieder Richtung Heimathafen. Wir trotzten dem Gegenwind und ansetzenden Regen und strampelten tapfer bis vor das Vorzelt, wo uns dann schon wieder die Sonne begrüßte, als wenn nichts gewesen wäre.

Gegen den Wind

Die norddeutsche Küste ist nun mal bekannt für das gerne mal windige bis stürmische Wetter. So präsentierte es sich auch in den folgenden Tagen.

Nichts desto trotz begaben wir uns am Dienstag Mittag Richtung Strand, das Stand-Up Board im Gepäck. „Versuchen kann man es ja mal“ waren wir uns einig. Der Einstieg über die brechenden Wellen in der Brandung am Strand war bereits herausfordernd. Die ersten Meter aufs offene Meer geschafft, kam zunächst etwas Euphorie auf, welche aber schnell wieder verschwand, als sich der steinige Wellenbrecher immer schneller näherte, da Philipp von den Wellen und der Strömung immer weiter zur Seite getrieben wurde. Glücklicherweise sah es vom Strand gefährlicher aus, als es sich auf dem Board darstellte. Mit einer kleinen Klettereinlage wurde das SUP über den Wellenbrecher bugsiert und im benachbarten Strandabschnitt wieder zu Wasser gelassen. Hier war der Wellengang nicht ganz so stark und Philipp konnte in Ruhe das SUP wieder Richtung Strand lenken. Daher beschränkte sich der restliche Tag am Strand auf Spielen im Wasser und am Strand. Das SUP diente nur noch als Ablagefläche. Nach Einger Zeit gesellte sich noch eine Familie zu uns, welche wir hier auf dem Campingplatz kennengelernt hatten. Die Kinder konnten so gemeinsam noch am Strand buddeln und wir Eltern in Ruhe noch was quatschen und dem Schauspiel der Krabben fangenden Möwen zuschauen.

Am Abend gab es wieder Livemusik auf der großen Wiese. Bei dem ein oder anderen Bierchen läuteten wir hier bis 22:00 Uhr den entspannten Tagesabschluss ein, bevor es sich die Kinder im Wohnwagen noch bei einem Spielfilm gemütlich machten und die Eltern bei leckerem Eierlikörchen im Vorzelt die Zeit vergaßen.

Lohnt sich noch ein Blick auf die Wetter-App?

Die Prognose des Vortages waren noch recht erfreulich, es sollte war windig bleiben, doch die Sonne wurde uns deutlich häufiger versprochen. Naja, ich glaube über die Treffgenauigkeit der verschiedenen Apps und unserem schlechten Draht zu Petrus haben wir bereits zu genüge berichtet. Kurzum, den Vormittag und Mittag über regnete es zum Teil ergiebig, sodass auch die Anreise von Jennys Eltern den Staub von den Straßen wusch. Sie hatten extra zu Maximilians Ehrentag am Donnerstag einen Abstecher in den Norden gemacht um hier vor dem Platz auf dem Wohnmobilhafen zwei Nächte zu verbringen. So verbrachten wir dann zu sechst den Namittag und Abend gemeinsam, aßen Fischbrötchen zum Snack auf der großen Wiese und genossen am Abend leckeren Lachs vom Grill. Voller Vorfreude ging es auch für unsere Urlaubsverhältnisse früh in die Koje.

Dann endlich, am nächsten Morgen war es soweit. Tagelang haben wir immer wieder den Countdown runter gezählt. „Nur noch 7 Tage. Ach nee, nur noch 6 Tage, …“ (das Prinzip sollte ja vielen bekannt sein).

Maximilian feiert seinen 6. Geburtstag

Von dem, seit knapp einer Woche, allmorgendlichen Weck Kommando aus dem benachbarten Wohnwagen, der leider direkt an unserem Wohnwagen sein Vorzelt aufgebaut hat, hatten wir noch schnell den Geburtstagstisch gedeckt und das Vorzelt feierlich dekoriert, bevor das Geburtstagskind aus den Federn fiel. Mit einer selbstgebastelten Girlande der großen Schwester und einigen Geschenke-Kleinigkeiten und der am Vortag gebastelten Krone erwartete das Begrüßungskomitee den Mann des Tages. Mit funkelnden, leicht verschlafenen Augen und einen strahlenden Lächeln betrat er das Vorzelt und macht sich direkt an das Auspusten der Kerzen und das Auspacken der Geschenke. Anschließend frühstückten wir gemütlich zu viert, bevor dann Oma und Opa zu uns kamen und dann gemeinsam den restlichen Tag zu verbringen. Es wurde viel gespielt, gelacht und natürlich gemeinsam gegessen. Geburtstagskuchen in Form einer Raute (der ein oder andere weiß warum), frische Waffeln und später dann leckere Hamburger vom Grill, natürlich mit Sesambrötchen und Käse, wie sie Max am liebsten isst. Nach der x-ten Runde „Wer bin ich“ ging es dann auch irgendwann glückselig ins Bett.

Am Tag drauf reisten Jennys Eltern dann weiter, so langsam Richtung Heimat, bevor hier die nächste große Reisewelle am Wochenende die Straßen von Fehmarn verstopfen würde.

Der Kerl da oben, der für das Wetter zuständig ist, der dessen Name wir lieber nicht mehr nennen, sollte dann doch mal seit Wort halten und brachte uns einen schönen sonnigen Tag mit nur einer leichten Brise. So ließ es sich aushalten.